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Klimaschutzstrategie und –ziele

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  • Drei große Hebel
  • Unser Ziel: Auf dem Weg zu klimapositiven Beiträgen
  • Unsere Standorte
  • Weitere Hebel entlang der Wertschöpfungskette

Kohlendioxid-Emissionen und andere durch Menschen verursachte Treibhausgase sind verantwortlich für den zunehmenden Klimawandel und die globale Erwärmung. Durch unseren Lebensstil und unsere Wirtschaftssysteme nehmen diese Emissionen immer weiter zu, das globale “Klimabudget” ist jedoch begrenzt.

Mit dem weltweiten UN-Klimaabkommen von Paris hat sich die Staatengemeinschaft klar dazu bekannt, die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Das erfordert eine Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen um 80 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2050.

Henkel bekennt sich zum Zwei-Grad-Ziel und sieht darin eine zentrale Voraussetzung dafür, dass im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen gut und im Einklang mit den Ressourcen der Erde leben können. 

Um den weiteren Anstieg der globalen Emissionen zu stoppen und im erforderlichen Maß zu reduzieren, stehen uns insbesondere die folgenden drei Hebel zur Verfügung:

  1. Effizienz steigern: Energie und Rohstoffe sparen
  2. Dekarbonisieren: CO2 in Energie und Rohstoffen ersetzen
  3. CO2 als Ressource nutzen: CO2 in Rohstoffe umwandeln

Vor dem Hintergrund der notwendigen Verringerung der Emissionen und der damit einhergehenden Dekarbonisierung der Wirtschaft hat Henkel die Vision, seine Standorte klimapositiv zu betreiben und wesentliche Fortschritte in weiteren Bereichen der Wertschöpfungskette voranzutreiben. So möchten wir einen aktiven und engagierten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Wir fokussieren uns dabei auf unsere eigenen Standorte, auf die wir direkten Einfluss haben. Zusätzlich wollen wir die großen Hebel in unserer Wertschöpfungskette beeinflussen, die von besonders hoher Relevanz für die CO2-Emissionen sind.

Der CO2-Fußabdruck unserer Produktion liegt bei rund 734.000 Tonnen CO2 und verteilt sich zu etwa gleichen Teilen auf die von uns selbst genutzten Brennstoffe (Scope 1) und die fremdbezogene Energie (Scope 2), insbesondere Strom.

Wir fokussieren uns darauf, den CO2-Fußabdruck unserer Produktion bis 2030 um 75 Prozent zu reduzieren. Das erreichen wir durch die kontinuierliche Verbesserung unserer Energieeffizienz und den verstärkten Einsatz von Energie, vor allem Strom, aus erneuerbaren Quellen.

Energieeffizienz:

Wir haben konkrete Zielvorgaben für unsere Produktionsstandorte festgelegt, um die Entwicklung in Richtung unseres langfristigen Ziels, bis 2030 dreimal effizienter zu werden („Faktor 3“), zu unterstützen. Als Zwischenziel wollen wir bis 2020 den Energieverbrauch unserer Produktionsstandorte im Vergleich zum Basisjahr 2010 um 30 Prozent pro Tonne Produkt verringern, um dann bis 2030 eine Verringerung um 50 Prozent gegenüber dem Basisjahr zu erreichen.

Umstellung auf Grünstrom:

Zusätzlich zu den Effizienzzielen streben wir an, bis zum Jahr 2030 100 Prozent des Stroms für unsere Standorte aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Auf dem Weg dorthin wollen wir bis zum Jahr 2020 eine Abdeckung von 50 Prozent erreicht haben.
Die unterschiedliche Gesetzgebung, stark regulierte Märkte, abweichende Infrastrukturen und unterschiedliche klimatische Bedingungen in den einzelnen Ländern erfordern zur Umsetzung unseres Ziels länderspezifische Ansätze und ein Portfolio an Optionen sowie Flexibilität. Daher setzen wir bei der Umstellung auf „Grünstrom” auf eine Kombination der folgenden drei Modelle:

  1. Produktion an unserem Standort: Dort, wo nach Prüfung ökologischer und ökonomischer Kriterien sinnvoll, planen wir die Erzeugung des „Grünstroms“ mit eigenen Anlagen (z. B. Windturbinen oder Solarzellen). Diese finanzieren wir entweder selbst oder kooperieren mit externen Partnern im Rahmen eines langfristigen Stromabnahmevertrags (PPA = Power Purchase Agreement).
  2. Direkter Bezug: Bei diesem Modell beziehen wir „Grünstrom“ entweder direkt aus dem Netz eines lokalen Energieversorgers oder im Rahmen eines langfristigen Stromabnahmevertrags (PPA).
  3. Virtuelle Abdeckung: Sollten beide zuerst genannten Optionen an einem Standort nicht umsetzbar sein und können wir damit den Strom nicht direkt beziehen, decken wir den Bedarf an „Grünstrom“ virtuell ab. Dazu schließen wir langfristige Stromabnahmeverträge (PPA) ab, die „Grünstrom“ aus spezifischen Anlagen in gleicher Höhe unseres Verbrauchs in das Versorgungsnetz einspeisen. Oder wir kaufen, wenn nicht anders möglich, entsprechende Zertifikate über „Grünstrom“. 

Durch eine sukzessive Umstellung der Standorte mit einer Mischung aus den oben beschriebenen Modellen werden wir den individuellen Gegebenheiten der Standorte und ihrer jeweiligen Energiebedarfe gerecht.

Szenario 2030+ für unsere Standorte

Ab 2030 wollen wir auch die verbleibenden Brennstoffe in unserer Produktion durch klimaneutrale Alternativen wie Biogas oder Gas aus der Umwandlung von CO2 (Power-to-Gas) ersetzen sowie Dritte mit CO2-neutraler Energie versorgen. Auf diese Weise vermeiden wir nicht nur eigene Emissionen, sondern ermöglichen Dritten von sauberer Energie zu profitieren und so potentielle Emissionen zu vermeiden.

Insgesamt macht die Produktion nur knapp zwei Prozent unseres CO2-Fußabdrucks entlang der Wertschöpfungskette aus. Auf die Anwendung unserer Produkte entfallen rund 70 Prozent und auf die Rohstoffe rund 25 Prozent. Hier liegen große Potenziale, Emissionen zu reduzieren und zum Klimaschutz beizutragen.


CO2-Emissionen durch die Anwendung

Unsere Produkte kommen täglich millionenfach in Haushalten und Industrieprozessen zum Einsatz. Wie unsere Klimabilanz zeigt, ist vor allem die Anwendungsphase entscheidend für den CO2-Fußabdruck.
Unser Ziel ist es daher, die Potenziale unserer Marken und Technologien zu nutzen und mithilfe unserer Expertise unseren Kunden und Verbrauchern zu helfen, 50 Millionen Tonnen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 einzusparen.

Wir haben einerseits Produkte, deren Anwendung direkt mit dem Einsatz von Energie verbunden ist, beispielsweise Waschmittel, Duschgele oder auch Schmelzklebstoffe. Hier wollen wir zum einen durch Innovationen, die den effizienten Einsatz von Energie ermöglichen, zur Verringerung des Energieverbrauchs und des damit verbundenen CO2-Fußabdrucks beitragen. Gleichzeitig streben wir an, durch gezielte Kommunikation Einfluss auf ein verantwortungsvolles Verhalten während der Produktanwendung zu nehmen. Mit dem Persil und dem Dial Ressourcenrechner zeigen wir beispielsweise auf, wie man durch kleine Verhaltensänderungen im Alltag, einen positiven Beitrag leisten kann. Ferner haben unsere Unternehmensbereiche Initiativen wie „BeSmarter“ oder das Kaltwasch-Logo auf Waschmittel-Produkten eingeführt, um bei unseren Verbrauchern das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu stärken.

Darüber hinaus bietet Henkel auch Produkte an, die einen relevanten Beitrag zur Vermeidung von Energieverbräuchen und CO2-Emissionen leisten, beispielsweise durch die Dämmung von Gebäuden, die Konstruktion leichterer Fahrzeuge oder die Vermeidung unnötiger Waschgänge. Durch die Vermeidung sogenannter Scope 4 Emissionen verbessern wir unsere CO2-Bilanz indirekt, indem unsere Kunden innerhalb der Wertschöpfungskette Emissionen einsparen.

Um Verbraucher zu einem nachhaltigen Waschverhalten zu animieren, hat Henkel ein spezielles Logo mit dem Aufruf „sei nachhaltig – wasche kalt“ entwickelt. Damit werden Konsumenten unmittelbar über die Henkel-Waschmittelverpackungen zu energiesparendem Waschen aufgefordert. Durch eine Verringerung der Waschtemperatur kann seitens der Verbraucher Energie und somit bis zu 2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Ceresit – Gebäude Isolierung: 107.500 Tonnen CO2-Vermeidung pro Jahr

Trockenshampoo: > 1.500 Tonnen CO2-Vermeidung pro Jahr

Colour Catcher: 210.000 Tonnen CO2-Vermeidung pro Jahr

Somat Maschinen-Reiniger

Somat-Maschinenreiniger: 7.000 Tonnen CO2-Vermeidung pro Jahr

Leave-in-Conditioner: 86.500 Tonnen CO2-Vermeidung pro Jahr

Cool roof-Dachbeschichtungen: 16.500 Tonnen CO2-Vermeidung pro Jahr


CO2-Emissionen durch Rohstoffe

Beitrag unserer Lieferanten:

Die von uns eingekauften Rohstoffe beeinflussen maßgeblich unseren ökologischen Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette. Deshalb erwarten wir von unseren Lieferanten und Vertragspartnern vergleichbar ambitionierte Effizienzziele, wie wir sie uns selber setzen. Wir möchten gemeinsam mit unseren Partnern innovative Rohstoff-Lösungen entwickeln und parallel durch ehrgeizige Zielgespräche den CO2-Fußabdrucks unseres Rohstoffportfolios bereits bis 2030 um 30 Prozent verringern.

CO2 in Rohstoffen ersetzen:

Um darüber hinaus Emissionen zu verringern, haben wir innerhalb unseres Portfolios geprüft, wo wir Rohstoffe mit einem hohen CO2-Fußabdruck durch Alternativen ersetzten können.

Ein für Henkel wichtiger Rohstoff ist Palm- und Palmkernöl. Dessen Anbau kann zur Entwaldung von Primär- oder Sekundärregenwald mit bedeutendem ökologischem Wert beitragen. Dazu zählen auch Torfböden und andere Flächen mit hohem Kohlenstoffgehalt („High Carbon Stocks“). Diese verursachen zum Beispiel bei Entwässerung erhebliche CO2-Emissionen. Deshalb ist unser Ziel, das gesamte in unseren Produkten verwendete Palm- und Palmkernöl bis 2020 aus nachhaltiger Bewirtschaftung entsprechend dem RSPO-Massenbilanzmodell zu beziehen. So wollen wir sicherstellen, dass die oben genannten Treiber von CO2-Emissionen bei der Produktion von Palm- und Palmkernöl vermieden werden. Durch diese Umstellung wird sich unser Fußabdruck um 500.000 Tonnen CO2 pro Jahr verringern. Sie trägt damit signifikant zur Dekarbonisierung in unserer Wertschöpfungskette bei.

CO2 als Ressource nutzen: Power-to-X

Um die Beiträge zur Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu maximieren, fokussiert sich Henkel auch auf Technologien, die noch im Entwicklungsstadium sind, jedoch großes Potenzial aufweisen, zeitlich oder örtlich überschüssige Energie in Zukunft noch besser nutzen zu können. Eine davon ist „Power-to-X“. Sie bietet Möglichkeiten, CO2 sinnvoll zu nutzen und soll im Rahmen eines staatlichen Forschungsprojektes unter Industriebeteiligung innerhalb den nächsten 15 Jahre zur großtechnischen Einsatzreife gebracht werden. Neben vielen anderen Unternehmen plant auch Henkel eine Beteiligung.

Mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien ermöglicht die Technologie, CO2 mit anderen chemischen Elementen zu verbinden und so die Energie, die darin steckt, umzuwandeln.
„Power“ steht bei „Power-to-X“ für den „Grünstrom“, der über die Elektrolyse von Wasser in Form von Wasserstoff gespeichert wird. „X“ steht für die vielen wertvollen Rohstoffe, in die dieser Wasserstoff zusammen mit Kohlendioxid umgewandelt werden kann – z.B. gasförmige Brennstoffe, synthetische Kraftstoffe oder Chemierohstoffe, beispielweise Tenside oder Kunststoffe. Diese Rohstoffe sind klimaneutral, wenn CO2 aus Industrieprozessen verwendet wird. Sie sind klimapositiv, wenn CO2 aus der Atmosphäre als Ressource genutzt wird.

Für Henkel ergeben sich daraus neue Möglichkeiten: Zum einen, in dem wir Gas aus „Power-to-X“ als Brennstoff für unsere Produktion (Sprühtürme, Kraftwerk) einsetzen. Zum anderen, in dem wir heutige Rohstoffe mit großem CO2-Fußabdruck durch Rohstoffe aus dem „Power-to-X“-Prozess ersetzen.

In großem Maßstab angewendet, kann die Technologie zukünftig helfen, den Ausstoß von CO2 in die Atmosphäre und damit den CO2-Fußabdruck unserer Wertschöpfungskette signifikant zu reduzieren. Langfristig könnte sie sogar ermöglichen, der Atmosphäre mehr CO2 zu entnehmen, als an sie abzugeben und so die Klimabilanz im positiven Sinne ganzheitlich zu entlasten.